Ziele und Durchführung des Kindergartenprogramms

1. Förderung im emotionalen Bereich

Ziele:
Selbstvertrauen gewinnen / Selbstwertgefühl empfinden können / Mitfühlen können / mit Aggressionen umgehen können / Erlebnisfähigkeit entwickeln können / die eigenen Gefühle erkennen, steuern und einsetzen können.

2. Förderung im Bereich Soziales Verhalten

Das soziale Verhalten der Kinder in den Gruppen soll durch Erziehung ohne Gewalt gefördert werden - (ohne körperliche oder psychische Gewalt; ohne Kampfspielzeuge).


Ziele:

Teilen können / Geben - Nehmen können / Zuhören können / Gemeinschaftssinn erfahren / Verzichten können / eigene Interessen ohne Gewalt durchsetzen können - jedoch nicht auf Kosten anderer / Rücksicht nehmen können / Regeln beachten können ...... (dies kann u.a. durch Rollen- und Puppenspiel geübt werden) / sich ein- und unterordnen können / führen können / andere annehmen und anerkennen können / hilfsbereit sein können / Konflikte lösen können / in der Gemeinschaft leben können.

3. Förderung im kognitiven Bereich

Folgende Bereiche sollten gefördert werden: Sprache, Konzentration, Phantasie, Wahrnehmung, Mengenbegriff, Denkfähigkeit.
Unter Denkfähigkeit ist zu verstehen, daß das Kind logische Zusammenhänge erkennen und erfassen kann. Es sollte unterscheiden und vergleichen können. Das Kind erwirbt ein Grundwissen über Natur, Technik, Mathematik und gesellschaftliches Leben. Es übt, sich sprachlich zu äußern, eignet sich Begriffe an. Seine Kritikfähigkeit wird gefördert.

4. Förderung im motorischen Bereich

Es sollte sowohl die Grob- als auch die Feinmotorik gefördert werden:
Körperbildung / Gewandtheit / Geschicklichkeit / Sicherheit in der Bewegung / Körperbeherrschung / Fingerfertigkeit.
Einmal wöchentlich wird mit der Gruppe 1 Unterrichtsstunde lang geturnt.


5. Förderung im Bereich Bildnerisches Gestalten

a) Das Mal- und Bastelmaterial der Jugendkunstschule soll Aufforderungscharakter zu freiem und kreativem Gestalten haben.

b) Die Erzieherinnen ebnen den Weg zur bildnerischen und musikalischen Früherziehung. Für beide Fachbereiche erhalten die Erziehungsberechtigten vor Durchführungsbeginn gesonderte Informationen zu den jeweiligen Zielen und zur Durchführung.


 


c) Die Kinder sollen lernen die Gestaltungsweise der anderen zu akzeptieren, sowie ihre eigene anzuerkennen.

d) Es soll vom Erwachsenen nicht vorgemalt werden, da Vormalen das Selbsttun des Kindes hemmt und das Kind dazu neigt die vermeintliche bessere Erwachsenenzeichnung der eigenen vorzuziehen; es wird daher gemeinsam überlegt, wie ein Gegenstand aussieht und Gestaltungsschritte vorgeschlagen.

Experimentieren, Wahrnehmen, vom Matschen zum Gestalten...

e) Anmalbücher und dünne Buntstifte behindern die Kreativität des Kindes im Kindergartenalter und werden daher vermieden.

f) Weiche Farben für satten Farbauftrag und große Papierformate werden dem Altern gemäß angeboten.

g) "Werke" der Kinder sollten von den Erwachsenen mit Achtung behandelt werden, um das Selbstwertgefühl des Kindes zu stärken.

h) Die Eltern sollen über das kreative Tun in den Kindergartengruppen auf dem Laufenden gehalten werden, indem sie am Ende eines jeden Vormittags von Gruppenleiterin und Kindern in das Geschehen eingeweiht werden. Es empfiehlt sich daher ein gemeinsamer Abhol-Zeitpunkt um 12.25 Uhr.

k) Es soll für jedes Kind eine Sammelmappe angelegt werden, im Idealfall sowohl in der Kindergruppe als auch zu Hause.

6. Förderung im Bereich Musik

a) Elementare Instrumente wie Handtrommel, Rasseln, Klanghölzer, einzelne Töne, Cymbeln, Triangeln u.ä. sollen vorhanden sein und mit den Kindern, neben den körpereigenen Instrumenten, im Spiel und als Begleitung zum Lied eingesetzt werden.

b) Es werden gemeinsam Lieder gelernt (keine politischen oder religiösen Lieder), die dem Alter gemäß sind und den Eltern durch Vorsingen und mittels Notenblättern zugänglich gemacht werden.

7. Einübung von täglichen Lebenssituationen

a) Erfahrungserweiterung in Natur, Technik und Gesellschaft
b) Verkehrserziehung
c) Ernährungserziehung
d) Gesundheitserziehung / insbesondere Zahnpflege

8. Freispiel

Es bestehen jeweils auch Möglichkeiten und Angebote für die Kinder ihre Zeit nach eigenen und freien Interessen zu gestalten. Auch hierbei soll die Selbständigkeit und Entscheidungsfähigkeit der Kinder gestärkt und die Ausdauer und Konzentration gefördert werden. Erlebnisse können aufgearbeitet und verarbeitet werden (wie auch in den meisten anderen Bereichen).


9. Elternarbeit
Die Aufgabe des Kindergartens sollte die Erweiterung und Ergänzung der Familienerziehung sein. Dies kann nur geschehen, wenn Erzieherinnen und Eltern zusammenarbeiten. Ein Zusammenarbeit sollte durch Elternabende, offene Stunden, Einzelgespräche und durch die Mitarbeit der Eltern im Kindergarten, sowie durch ausführlichen Informationsaustausch zwischen Eltern, Erzieherinnen und Schulleitung geschehen.